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Man musste uns (fast schon mit brachialer Gewalt) dazu zwingen, den Musiksaal zu verlassen, um frische Luft zu schnappen, etwas zu essen und zu trinken. Albert verblüffte uns immer wieder, nicht nur durch seine spontane, unkomplizierte Auswahl der Solisten, die teilweise schon fast zu ihrem Glück gezwungen wurden, aber dann sehr schnell – dank der Hilfe Alberts – ihre Angst vergessen hatten und über sich hinauswuchsen. Auch sein Angebot, nächstes Jahr als „Vorgruppe“ für seinen Chor aus München aufzutreten, kam für uns aus heiterem Himmel, doch, nachdem wir den ersten Schock überwunden hatten, spornte es uns umso mehr an, alles zu geben. Die beiden anderen Lieder „I won’t be back“ und „Oh, Happy Day“ stellten für uns nun (fast) kein Problem mehr dar, nicht zuletzt weil die stimmliche Verteilung im Chor – dank dem Reuchlin-Gymnasium – endlich einmal ausgewogen war. So konnten die sonst recht schwach besetzten Männerstimmen durch die schlagartig angestiegene Jungenrate auch mit den Frauenstimmen mithalten. Nach einem ereignisreichen ersten Tag gönnte sich ein großer Teil von uns einen heiteren Abend bei der K12 Party in der „Glock’n“. Dem entsprechend war am nächsten Tag unsere stimmliche und physische Verfassung. Auch Albert kam allerdings unausgeschlafen, da er am Donnerstag einen Auftritt in der „Neuen Welt“ hatte und kaum geschlafen hatten, weil er so aufgeregt war“ Trotz dieser kleinen Hindernisse meisterten wir die Situation und lernten noch die beiden letzten Lieder unseres Repertoires; zum Einen „I’ve got a Feeling“ und zum Anderen „Amen“. Zu bewundern war unser Solist bei „I’ve got a Feeling“, da wir dieses Lied vor unserem Auftritt nicht öfter als dreimal ganz durchsangen. Als wir schließlich die meisten Lieder wiederholt hatten, war es auch schon Zeit für unseren Auftritt Nach einer grandiosen Darbietung der Streicher durften wir endlich zeigen, was wir innerhalb weniger Stunden gelernt hatten. Wir wollten gar nicht mehr aufhören zu singen. Doch es ist nun einmal so, dass alles ein Ende hat. Aber ganz vorbei ist es ja nicht, denn schließlich wird sich die ganze Gruppe wieder treffen um, für unseren Auftritt mit den „Voices of Gospel“ nächstes Jahr im „Dom“ (Humphrey) von Ingolstadt, zu üben.
Katrin Baumer, Theresa Bittschi, Monika Mahrhofer, Stephanie Righetti (K12)
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Jazzworkshop am 23 und 24.10.2003
„Sinti Jazz - Einblick und Praxis“ lautete das Programm eines der beiden Jazz-Workshops, die im Rahmen der 20. Ingolstädter Jazztage kurz vor den Herbstferien am Gnadenthal- Gymnasium stattfanden. Waren die schon jahrelang an unserer Schule abgehaltenen Workshops bisher meist für Bläser, Schlagzeuger oder auch mal für Sänger angeboten, so waren dieses Mal Geige, Kontrabass und Gitarre gefragt. Geige und Jazz klang für uns - die wir uns im Laufe unserer Schulzeit doch hauptsächlich mit Mozart, Bach und Co beschäftigt hatten – zunächst reichlich fremd. Gespannt aber auch ein bisschen unsicher warteten wir dann am Morgen des ersten Workshoptages auf unsere Dozenten. Martin Weiss wurde von einem Flyer zu den Ingolstädter Jazztagen als einer der „weltweit größten Jazzgeiger“ ankündigt. Und auch was es mit seiner Musik, die als „Sinti- Jazz &Swing“ bezeichnet wurde eigentlich auf sich hatte, konnten wir uns zunächst nicht vorstellen. Doch das sollte sich bald ändern – genauso wie fast alles was wir bisher von Musik zu wissen dachten. Begleitet wurde Martin Weiss von dem Jazz- Gitaristen Helmut Nieberle, mit dem er schon einige CDs aufgenommen hatte. Schon die erste Aufgabe, die uns Martin Weiss, und Helmut Nieberle stellten war für uns eine Herausforderung. Kaum einer der Teilnehmer (5 Geiger/innen; 3 Bassisten; 1 Gitarist) war gewohnt ohne Noten zu spielen, also eine Melodie ausschließlich nach Gehör zu lernen. Nachdem wir diese Hürde dann glücklich überwunden hatten, bekamen wir doch noch die ersehnten Noten und fühlten uns dadurch gleich wohler. Schon begann das nächste Experiment „ das Improvisieren“. Zu spielen ohne zu wissen was, wann, wie und überhaupt war für (fast) alle (anfangs) schwierig. Nach einigen Versuchen, die eher im Chaos endeten, wenn man mal wieder selbst feststellte, dass keiner der gespielten Töne in die vorgegebene Tonart passte, wurden wir sicherer und die Ergebnisse am Ende doch noch aufführungsreif. Beim Abschlusskonzert (auf das alle Telnehmer teils gespannt, teils skeptisch „hinzitterten“) in der vollbesetzten Aula unserer Schule hatte dann jeder noch mal die Möglichkeit sein (mehr oder weniger ausgeprägtes) improvisatorisches Talent zu beweisen. Für uns Teilnehmer war es außerdem ein besonderes Erlebnis, mit einem weltweit berühmten Jazzgeiger auf einer Bühne zu spielen. Dazu gehörten auch die von Martin Weiss und seinem Partner Helmut Nieberle dargebotenen Stücke wie zum Beispiel „Martins Benz“. Das Privileg mit einem derartigen Künstler zu arbeiten hatten wir in den vergangenen Tagen bereits fleißig genutzt und interessiert Fragen zum Beispiel nach Stradivari- Geigen gestellt, die M. Weiss schon gespielt hatte. Unser Interesse galt natürlich auch anderen Größen dieser Branche, wie zum Beispiel Ann-Sophie Mutter und Stephan Crapelli, die er persönlich kannte und mit denen er teilweise sogar schon gearbeitet hatte. Noch mehr staunten wir aber, als wir erfuhren, dass Martin Weiss, der uns während der beiden Tage immer wieder durch seine virtuosen Einlagen verblüffte, keine Noten lesen konnte, niemals Geigenunterricht hatte, und alle Stücke, die er spielte nach Gehör gelernt hatte. Der Workshop hat uns auf jeden Fall einen Riesenspaß gemacht und gezeigt, dass man „selbst als Geiger“ neben der klassischen Musik viele Möglichkeiten hat sein Instrument einzusetzen.
Johanna Prunsche, K13
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