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Strasbourg-Fahrt

Wie jedes Jahr packte der Französisch-Grundkurs, dieses Mal begleitet von Herrn Hofheinz und Frau Escherle, im März seine Koffer, um seine traditionelle Reise nach Straßburg anzutreten. 12 Mädchen und 2 Jungen machten sich zusammen mit den beiden Lehrern auf, die Kultur, die Sprache, die Lebensart und die kulinarischen Spezialitäten der Franzosen zu erkunden. Bereits um fünf Uhr morgens ging es mit dem ICE über München, Augsburg und Stuttgart nach Straßburg. Nach fünf Stunden Zugfahrt hatten wir unser Ziel erreicht und machten uns schnurstracks auf den Weg ins „Hotel Cap Europe“ im jüdischen Viertel Straßburgs. Nachdem die Zimmerfrage gelöst und unser Gepäck sicher verstaut war, beschlossen wir, erst einmal die Stadt zu erkunden. Später stand eine (wohlgemerkt, auf Französisch gehaltene) Stadtführung auf dem Programm. Die nette Dame erzählte uns viele interessante Geschichten über die Vergangenheit und die Besonderheiten der Stadt. Als Hotspot erwähnte sie natürlich auch das Straßburger Münster, das mit seinem 142 Meter hohen Nordturm zu den Wahrzeichen des Elsass gehört. Nach über zwei Stunden Fußmarsch hatten wir uns ein echtes elsässisches Abendessen verdient: Flammkuchen im Gruber’s, einem sehr schönen Restaurant in der Mitte von Straßburg, in dem einige von uns aufgrund mangelnder Französischkenntnisse und unaufmerksamen Lesens der Speisekarte leider einen kleinen Finanz-Schock erlitten!

Am nächsten Morgen standen wir früh auf, um pünktlich den Zug nach Colmar zu erwischen. Nach der halbstündigen Zugfahrt in die drittgrößte Stadt des Elsass führte uns unser Weg zuerst ins „Musée D’Unterlinden“, wo wir den Isenheimer Altar und weitere mittelalterliche religiöse Kunstwerke bewundern konnten. Um das Wetter (23° C) auch voll ausnutzen zu können, beschlossen wir, diesmal nicht in einem Restaurant zu essen, sondern in den Supermarkt „Miniprix“ (das französische Äquivalent zu Lidl) zu gehen und anschließend in einem Park ein Picknick zu veranstalten. Frisch gestärkt strömten wir nun in kleinen Grüppchen entweder zurück ins Museum, um verschiedene Kunstwerke nochmals genauer zu betrachten, oder in die Innenstadt, um die Vielfalt an Geschäften voll auszukosten oder einen „café noisette“ in einem der netten Straßencafés zu genießen. Um 17.00 Uhr versammelten wir uns (einige verspätet aufgrund navigatorischer Schwierigkeiten) am Bahnhof von Colmar und traten den Rückweg nach Straßburg an.

Da die Franzosen keinen Spaß verstehen, was Minderjährige angeht (und die meisten von uns das Pech hatten, noch unter 18 zu sein), fanden am Abend oftmals Zimmerpartys statt, denen auch Frau Escherle und Herr Hofheinz gerne beiwohnten.

Am dritten Tag besuchten wir das Europaparlament. Während einer sehr interessanten Führung lernten wir alles über die Symbolik des Gebäudes, das absichtlich den Anschein erweckt als wäre es noch unfertig, um zu zeigen, dass die Zukunft der Europäischen Union und ihrer zukünftigen Mitglieder noch offen ist, besichtigten den Plenarsaal und staunten über die Tatsache, dass alle Reden in jede Sprache der anwesenden Nationalitäten übersetzt werden.

Die Flaggen vor dem Parlament wehten im Wind, als wir dasselbe verließen und wir uns im Regen wieder auf den Weg in Richtung trockenes Lokal und warmes Mittagessen machten. Danach stand eine Bootsfahrt auf dem Programm, während der wir das schöne Straßburg noch einmal in aller Ruhe vom Wasser aus betrachten konnten.

Unseren letzten Vormittag in Straßburg verbrachten wir damit, noch einmal durch die Straßen zu bummeln, schnell noch ein paar Mitbringsel und Souvenirs zu besorgen und uns so gut es geht vor dem nun kalten, nassen Wetter zu verstecken (letzteres betrifft insbesondere die unter uns, deren wärmstes Kleidungsstück auf Grund mangelnder Kofferkapazität eine Strickjacke war). Mittags setzten wir uns dann in den Zug, der uns wieder nach Ingolstadt brachte.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Straßburgfahrt uns als Gruppe enger zusammengeschweißt und unsere Motivation, die französische Sprache noch besser beherrschen zu können, enorm gesteigert hat. Die Begegnung mit der französischen Kultur hat unseren Erfahrungsschatz sehr bereichert und viele von uns schmieden bereits Pläne, wann sie diese wunderschöne, spannende Stadt erneut besuchen wollen.

J. Lechermann, F. Stolz, K 12