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Rom                               Startseite |Chronik | Kontakt | Sitemap| WeGGefährte|

 

 

 

Alle Wege führen nach Rom – dies galt bis zum Schuljahr 2008/09, in dem zum ersten Mal aufgrund der Jahrgangsstärke die Kollegstufenfahrt aufgeteilt wurde, für sämtliche Schüler der 12. Jahrgangsstufe. Die Traditionalisten unter den Kollegiaten machten sich auch in diesem Jahr auf, um unter dem kundigen Oberkommando des kunstbeflissenen Romspezialistenehepaares Schölß und unter der Aufsicht der Lehrkräfte Mayr, Finkenzeller und Werner die kulturelle Überfülle dieser wunderbaren Stadt zu erfahren.

So stürzten sich die Romfahrer tagtäglich – zumeist unter kräftigem Gesang, der sowohl Römer als auch andere Touristen irritierte – in ausgiebige Exkursionen. Damit wollten wir nicht zuletzt auch die außerordentliche monastische Gastfreundschaft, die uns im Mutterhaus des Theatinerordens unter der großinquisitorischen Aufsicht von Padre Matheo zuteil wurde, nicht allzu sehr überstrapazieren. Allein am ersten Tag wurden so viele Stätten besichtigt wie andere Gäste in Rom nicht in einer Woche zu Gesicht bekommen. Weil wir so fleißig unterwegs waren und so viel gesehen haben, ist die genaue Reihenfolge der besuchten Orte, die hier näher beschrieben werden, etwas durcheinander gekommen.

Bleibt das Forum Romanum in seiner beeindruckenden Erscheinung und Einzigartigkeit noch leicht in Erinnerung, so verschmelzen nun, im Nachhinein, die Kirchen zu einer homogenen – nichtsdestotrotz berauschend schönen – Masse an architektonischer Baukunst. Erschlagen wurden wir aber auch von den menschenunwürdigen Temperaturen. Kein Wunder, dass um diese Jahreszeit kaum Römer in Rom sind – und noch weniger in Pompeji! Dieser staubtrockene Ort, dessen Trinkbrunnen lebensrettende Oasen darstellten, verführte die Lateinlehrer unter den Anwesenden zu geistverlorenen Alleingängen durch die Vergangenheit. Eine erfrischende Abwechslung stellte die Villa d’Este dar, nachdem wir Rompilger in der Villa Adriana vor Hitze beinahe eingegangen wären, trotzdem begeistert auf Bruchstücken ehrwürdiger Baukunst herumgeklettert waren und die Kulturbegeisterung langsam aber sicher ausgeschwitzt hatten. Denn die Wasserspiele luden zu ausgedehnten Schlachten zwischen allen Beteiligten ein, bis Museumswächter dem feuchtfröhlichen Treiben ein energisches Ende setzten. Der absolute Badespaß war dann der Albanersee, dessen (hoffentlich) heilsamer Schlamm jedem Badenden noch bis nach dem Abendessen im Strandlokal als erquickendes Andenken geblieben war. Die Vatikanischen Museen verursachten einen allgemeinen Kulturschock, denn allein die Ausstellungsräume waren schon Kunstwerke. Darin standen allerdings auch noch Kunstwerke über Kunstwerke, die alle Bewunderung verdienten. Doch jeder noch so kunstbegeisterte Rombesucher stumpfte angesichts einer solch exzessiven Konzentration an Kulturgut hilflos ab. Der Petersdom in seiner gigantischen und opulenten Erscheinung, überfüllt und touristengeschwängert, war als Kirche kaum zu erkennen. Die Aussicht von der Kuppel allerdings war traumhaft – es sei denn man musste die ganze Zeit daran denken, dass der Abstieg über die gleichen klaustrophobisch engen Stiegen gehen würde wie der Aufstieg.

Um sich von den Strapazen zu erholen, genossen wir Rompilger die gute italienische Küche – freilich nicht im Kloster, wo das einzig wirklich Essbare die täglich gleiche Vorspeise in Form von Nudeln mit Tomatensoße war. Kleine Lokale, Eisdielen und Weinstuben luden zu höchsten Gaumenfreuden ein. Dabei erprobte sich die Mehrheit der Kollegiaten erfolgreich in der Weindegustation, um die Erfahrung der mediterranen Kultur und Lebensfreude zu perfektionieren und den vom römischen Straßenfeinstaub kontaminierten Kehlen eine feuchte Labsal zukommen zu lassen.

Und wenn dann alle früher oder später gesättigt und den Kopf voller Kultur vorbei an dem Klosterpförtner, der fröhlich in seine Ego-Shooter-Aktivität versunken saß, im heimeligen Kloster angekommen waren, konnten sie sich von den beruhigenden, stetig wiederkehrenden Schritten des patrouillierenden Padre Matheo in den Schlaf wiegen lassen.

Sonja Stadler, Benedikt Kammerl, jetzt K 13

Impressionen früherer Studienfahrten