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Wir gratulieren! |
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Den Schulentscheid im Vorlesewettbewerb 2011 gewann vor dem begeistert mitgehenden Publikum Mia-Estella Martini aus der Klasse 6d. Sie hatte aus Michael Endes Roman „Die unendliche Geschichte“ vorgelesen. |
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Gegen Ende des Schuljahres 2009/10 beteiligte sich die Lateingruppe der damaligen 9a am Diözesanwettbewerb zum Thema Spuren der hl. Walburga: Ausgehend von einer lateinischen Quelle über diese Frau, stellte die Gruppe Informationen zum (Nach-)Leben Walburgas in Form einer Zeitung zusammen.Engagement und Ergebnis der SchülerInnen wurden im Rahmen einer Feierstunde mit der vorliegenden Urkunde belohnt. |
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Freie StillArbeit für die "Fünferln". |
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Ingolstadt (DK) Gnadenthal-Gymnasium, 7.40 Uhr: Krawall, Lärm, Remmidemmi – Schüler trudeln ins Schulhaus ein, schleppen sich zu ihren Klassenzimmern, drängeln auf den Gängen, erzählen kichernd der Freundin vom aufregenden Erlebnis am gestrigen Nachmittag, nutzen die Zeit, um Neuigkeiten auszutauschen. Andere kritzeln – verstohlen in einer Ecke kauernd – die Englischhausaufgabe in ihr Heft, werfen noch einen raschen Blick auf die Lateinvokabeln, um sie wenigsten im Kurzzeitgedächtnis abzuspeichern oder schicken ein Stoßgebet zum Himmel, um der drohenden Mathe-Ex in der ersten Stunde zu entgehen. |
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Schülerinnen der Klasse 8 d erkundigen sich bei den Fünftklässlern über das Fach FSA. |
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Anders im zweiten Stock des Clara-Hauses. Dort spielt sich nahezu Unglaubliches ab. Sebastian und Leon liegen auf Matten im Gang und tüfteln gemeinsam an einer Mathe-Aufgabe, Julia und Madeleine sitzen auf den Fensterbrettern und fragen sich gegenseitig Englischvokabeln ab, im Klassenzimmer der 5c herrscht konzentrierte Stille. Dort sind schon über die Hälfte der Plätze besetzt, die Buben und Mädchen beschäftigen sich ruhig und gelassen mit verschiedensten Arbeitsmaterialien, die vor ihnen auf dem Tisch liegen. Wer neu dazu kommt, betritt leise das Zimmer, packt ruhig aus und beginnt zu arbeiten. Auch der Lehrer hat bereits am Pult Platz genommen und korrigiert. |
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Ein ähnliches Bild in den anderen 5. Klassen. Hat man eine neue Generation von Strebern gezüchtet, den alten Rohrstock wieder ausgepackt oder den "Fünferln" gar so große Angst vor den Anforderungen des achtjährigen Gymnasiums gemacht, dass sie schon vor Unterrichtsbeginn bienenfleißig sind und sich nicht mucksen? "Die Schüler machen FSA (Freie StillArbeit)", klärt uns Erich Baumgärtner, einer der verantwortlichen Lehrer für das neue Projekt am Gnadenthal-Gymnasium auf. |
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Puzzles und Memories |
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Den Fünftklässlern werden dreimal in der Woche in den ersten beiden Stunden – den sogenannten FSA-Stunden – Materialien in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Religion, Latein, Geografie sowie Natur und Technik zur Verfügung gestellt, natürlich alles streng am Lehrplan orientiert. Mit diesen Arbeitsblättern, Puzzles, Memories, Experimentierkästen und vielem mehr beschäftigen sich die Kinder je nach Lust und Laune. Sie können sich aussuchen, wann sie welches Fach machen wollen, müssen aber alle Materialien in einer bestimmten Zeit schaffen, und sie müssen ein Protokollheft führen, aus dem hervorgeht, welche Aufgaben sie schon erledigt haben. In einigen Fächern können die Schüler sogar bestimmen, wann und über welches Thema sie geprüft werden wollen. |
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"Wir gehen dann einfach zum Lehrer und sagen, dass wir den Stoff beherrschen und lassen uns ausfragen", sagt Veronika selbstbewusst. "In manchen Fächern muss man sich aber in einen Plan eintragen, um geprüft zu werden." "Kein Wunder, dass die keinen Stress haben, meint Julia aus der 8. Klasse, die die Kleinen um eine Freiheit beneidet, die sie, die Großen, nicht haben. |
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Doch nicht nur den Abbau von Stress hatten Schulleitung und Lehrer im Sinn, als sie sich dazu entschlossen, ein Element des Marchtaler Plans, der bisher vor allem an kirchlichen Schulen in Baden-Württemberg durchgeführt wurde, einzuführen. "Es geht darum, die Eigentätigkeit jedes einzelnen Kindes zu fördern", meint Lateinlehrerin Gudrun Michalik, und Englischlehrerin Gerlinde Schönleber fügt hinzu, dass die Schülerinnen und Schüler viel selbstbewusster sind und auch lernen, ihre Arbeit besser zu organisieren und mit anderen zu kooperieren. |
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Sie ist damit einer Meinung mit der Elternbeiratsvorsitzenden Karin Meier, die sich für ihre Tochter auch dieses Modell gewünscht hätte, so wie viele andere Eltern, die sich am Tag der offenen Tür in den Klassenzimmern der Fünftklässler informieren. Der gleichen Ansicht ist auch der zehnjährige Simon, ein Schüler aus einer betroffenen Klasse. Er meint zwar, dass FSA keine Auswirkungen auf die Noten hat, aber er findet es gut. Und gut findet es auch sein Klassenkamerad Felix, und der muss es ja wissen, denn er kennt die "alte" und die "neue" Arbeitsweise aus eigener Erfahrung. Felix ist gesundheitsbedingt in die 5. Klasse zurück. Ihm gefällt FSA besser, auch wenn es eine Umstellung ist. |
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Auch Lehrer lernen |
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Aber nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer mussten und müssen lernen, mit dieser neuen Arbeitsform zurechtzukommen. "Loszulassen und den Schülern beim Arbeiten zuzuschauen, nicht einzugreifen, auch wenn einer einmal zehn Minuten nichts tut und träumt, nur zu helfen, wenn man darum gebeten wird, ist nicht leicht und bedeutet für den Lehrer plötzlich eine völlig andere Rolle einzunehmen", erklärt Lehrer Erich Baumgärtner. Wolfram Wagner erzählt von der vielen Mühe im Vorfeld, weil die ganzen Materialien erst einmal von den Lehrern erstellt werden mussten. "Wir haben eigentlich die ganzen Sommerferien dazu verwendet", trauert er ein wenig dem entgangenen Urlaub nach. "Aber, wenn man die Schüler dann mit Feuereifer und völlig selbstständig arbeiten sieht, hat sich das Ganze doch gelohnt", fügt er freudestrahlend hinzu. |
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Ja, so denken wir auch – vor allem, als wir uns auch noch die Klassenzimmer der 5. Klassen genauer ansahen. Hier sind die Tische nicht in Reih und Glied aufgestellt, sondern zu Gruppen zusammengefügt, in der Mitte jeder Tischgruppe befinden sich Briefablagen, in denen der Schüler seine vom Lehrer korrigierten Arbeitsblätter wiederfindet. Es gibt Nachschlagewerke und jede Menge Hilfsmittel, auch einen eigenen Computer für die Internetrecherche und viele Regale mit interessant aussehenden Materialien. Als uns die Fünftklässler Kostproben davon zeigten, zum Beispiel ein aufwendiges Spiel aus Holz aus dem Fach Geografie, und wir erfuhren, dass das alles von den Lehrern selbst gemacht ist, staunten wir noch mehr. |
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Keine Streber |
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Wenn jetzt wieder Stimmen aus dem Mund von älteren Mitschülerinnen, wie von Alexandra, Agnes und Elisa aus der 8 b zu hören sind, die sich nicht vorstellen können, dass dieses Konzept funktioniert und die lästern: "Die Frischlinge tun ja nichts, gammeln auf den Gängen rum und versperren uns den Weg zum Klo", wissen wir es besser. |
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"Wenn man sich ein Thema selbst beibringt, kann man es sich besser merken!". Davon sind wir überzeugt. Dies wird sich in den nächsten Jahren herausstellen, denn selbstverständlich geht FSA zumindest bis zur 7. Klasse weiter. Dass aber nicht unbedingt bessere Noten das Ziel bei der Einführung von FSA waren, entnehmen wir einem Infoblatt unserer Schule über das neue Konzept, in dem steht: "Dieses Konzept nimmt das Kind als Person ernst und stellt es mit seiner ihm eigenen Würde in die Mitte. Es kommt damit unserem christlichen Menschenbild sehr entgegen." Die neuen Fünferl sind keine Streber, sondern machen viel Schmarrn – genauso wie jeder andere Schüler auch. |
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Klasse 8 d, Gnadenthal-Gymnasium Ingolstadt |
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