DAS GNADENTHAL-GYMNASIUM IST · MUSISCH · CHRISTLICH · PÄDAGOGISCH-INNOVATIV

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Ein Jahr Corona-Modus

Als das Schuljahr 2020/21 begann, ahnten wir, dass ein normaler Unterrichtsbetrieb an unseren Schulen weder sicher noch selbstverständlich sein würde. Trotzdem hoffte jeder, dass uns der Distanzunterricht, wie wir ihn im Frühjahr 2020 schon erlebt hatten, erspart bliebe. Vergeblich. Er prägte ab Weihnachten fast das gesamte Schuljahr und wir mussten lernen, mit dieser Situation umzugehen.

Zum Glück war unsere Schule durch „Teams“ gut vorbereitet – schon im Frühjahr 2020 konnten wir uns deshalb schnell auf den neuen Modus umstellen, rein technisch zumindest. Das Sammeln von Erfahrungen und die Notwendigkeit, sich mit der digitalen Kommunikation auseinanderzusetzen, blieb jedoch eine Aufgabe.

Dass man sich tatsächlich einigermaßen schnell umgewöhnen kann, zeigten die Videostunden. Im Frühjahr 2020 war auf beiden Seiten noch eine gewisse Vorsicht zu spüren: Die Lehrer hofften vor allem, dass nichts schief geht und das Teilen des Bildschirms, das Abspielen eines Videos etc. funktioniert. Bei den Schülern war oft eine Hemmschwelle zu spüren, sich über das Mikro, nach einer Meldung mit virtuellem Handzeichen, zu äußern – so ganz ohne ein Gegenüber. Und wer hört auf der anderen Seite des Computers zu? Entsprechend blieben die Antworten oft kurz und verhalten.

Im aktuellen Schuljahr dagegen hatten sich viele bereits an den neuen Unterrichtsmodus gewöhnt. Manchmal kam es sogar zu Stunden, die fast ein „Klassenzimmer-Gefühl“ aufkommen ließen: bei der regen Diskussion um eine Szene in der Schullektüre oder wenn im Geschichtsunterricht zum Thema „Folgen des Zweiten Weltkriegs“ einzelne Schüler/innen vom Schicksal ihrer Urgroßeltern erzählten. Das waren schöne Momente, in denen man beinahe vergessen konnte, in welcher Unterrichtssituation wir uns immer noch befanden. Und obwohl die Videostunden oft von unangenehmen Netzproblemen bei einzelnen Teilnehmern gestört wurden oder man sich nicht immer sicher sein konnte, ob wirklich jeder, der statt des Kamerabildes nur sein Symbol zeigt, tatsächlich noch am Schreibtisch sitzt: Diese erfolgreichen Momente sollten wir nicht vergessen. Sie konnten beiden Seiten Kraft geben – und das Gefühl einer Verbundenheit, die man auch digital erreichen kann.

Zudem bot die Chat-Funktion Jugendlichen, die sonst eher zurückhaltend sind, eine Chance. Hier konnten sie sich fast privat an einen Lehrer wenden, ohne dass die ganze Klasse die Frage hört. Manche Schüler/innen sah man auf diese Weise tatsächlich in einem neuen Licht. Auch das war ein positiver Effekt des Homeschoolings.

Was die Unterrichtsthemen betrifft, so wurde bald klar, welcher Stoff sich gut und welcher nur schwer über Arbeitsaufträge und Kameragespräche vermitteln lässt. Referate – kein Problem. Die Powerpoint lässt sich hochladen und teilen, über das Mikro kann man sie kommentieren und erklären. Auch das Lesen von Lektüren funktioniert gut. Unterrichtsgespräche über einzelne Szenen lassen sich sinnvoll durch Schreibaufträge ergänzen. Die fünften Klassen bekamen ihr kostenloses Buch zum „Welttag des Buches“ von der Schule zugeschickt.

Der Distanzunterricht bietet zudem auch Raum für kleine Projekte verschiedenster Art. Hier darf man bei der Aufgabenstellung einfallsreich sein, vom freien Schreibprojekt bis zum selbst gedrehten Playmobil-Film. Manch kreative/r Schüler/in hat hier wirklich tolle Ergebnisse zustande gebracht. Zudem ist ein solcher Auftrag, der sich über ein paar Unterrichtsstunden hinstreckt, auch eine gute Möglichkeit, einmal etwas Druck aus dem Vormittag zu nehmen. Trotzdem: Den Kontakt zwischen Schule und Schüler/in hält am besten die Videostunde aufrecht.

Grammatik und Rechtschreibung lässt sich etwas schwieriger vermitteln. Hier fehlt die Rückmeldung, die uns Lehrern die Gesichter der Schüler geben, wenn man etwas erklärt. „Verstanden?“ Diese Frage wird zu oft nur verhalten beantwortet. Im Klassenzimmer hat der Lehrer jedoch die Blicke der Schüler aber schon während der Erklärung vor Augen und er bemerkt somit schnell, wenn er über die Köpfe hinwegredet oder ein Thema komplizierter ist als man im ersten Moment meint.

Dieses Wechselspiel ist auch beim Aufsatzunterricht wichtig, ja fast unerlässlich. Wenn hier der persönliche Kontakt hier fehlt, ist es schwer, den Kern eines Gedankens wirklich zu vermitteln.

Dafür funktioniert das Sammeln von Ideen für ein Thema über Tools wie z.B. „onkoo“ oder „Padlet“ erstaunlich gut – zumal sich auch hier ein Effekt zeigt, der oben schon angesprochen wurde: Zurückhaltende Schüler/innen äußern sich auf diese Weise freier. Der Einsatz digitaler Tools bietet sich nicht nur im Distanzunterricht an, sondern vor allem auch im Präsenzunterricht – als Ersatz für Partner- oder Gruppenarbeit, die in Coronazeiten wegen des Kontakts weitgehend wegfallen muss.

 

Jede Klasse, jede/r Schüler/in und jede/r Lehrer/in hat im letzten Jahr eigene Erfahrungen gesammelt, die teilweise auch sehr verschieden sind. Und natürlich gehen auch die Meinungen über bestimmte Methoden oft weit auseinander.

Was uns vereint, ist die Hoffnung, dass bald wieder Normalität zurückkehrt. Und in dieser Erwartungshaltung verabschieden wir uns in die Sommerferien, die sich beide Seiten verdient haben.

Wolfgang Wittmann

Holocaust Gedenkveranstaltung 2020

Am 27. Januar, dem Tag an dem das Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau befreit wurde und der nun internationaler Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus ist, haben dieses Jahr Schüler und Schülerinnen des Gnadenthal-Gymnasiums die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Ingolstadt vielseitig und berührend inszeniert.

Im Mittelpunkt stand das Theaterstück "Schuld", das die Gruppe des P-Seminars Deutsch aufführte und das die Schülerin Lea Minery selbst verfasst hat. Ein kurzer Film ermöglicht Einblicke in die Aufführung.

Das P-Seminar Kunst gestaltete eine Ausstellung mit Plakaten, Exponaten und einer Rauminstallation, mit welcher die Gäste empfangen und zur Gedenkveranstaltung geleitet wurden.

Besonders emotional waren die musikalischen Darbietungen, die das Theaterstück einrahmten bzw. der Veranstaltung einen leisen Ausklang ermöglichten.

Eine ausführliche Berichterstattung bietet der Podcast des Kulturkanal Ingolstadt.

Fächerübergreifendes Projekt Deutsch & Kunst

In den beiden Videos stellen Schülerinnen aus der 8. Klasse Ergebnisse ihrer dreitätigen Projektarbeit zum Thema "Schreiben zu Bildern und Malen zu Texten" vor.

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