Sr. Maria Clara Massaranduba de Freitas trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Ingolstadt ein

Anlässlich des 750‑jährigen Jubiläums der Franziskanerinnen von Ingolstadt hat sich die Generaloberin Sr. Maria Clara Massaranduba de Freitas in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Der feierliche Akt fand am 10. März 2026 in der Galerie des Verwaltungsgebäudes in der Ludwigstraße statt und würdigte die jahrhundertelange soziale, spirituelle und kulturelle Bedeutung des Ordens für die Stadt und die Region. 
 

Ein bedeutender Moment im Jubiläumsjahr

Der Eintrag ins Goldene Buch markiert einen besonderen Höhepunkt im Jubiläumsjahr der Franziskanerinnen, deren Wurzeln bis ins Jahr 1276 zurückreichen. Damals gründeten die Ingolstädter Bürgerstöchter Diemuth Trailacher und Margareta von Puch ein Beginen‑Regelhaus, aus dem die heutige Ordensgemeinschaft hervorging. Schon früh prägten die Schwestern das caritative Leben der Stadt – zunächst als pflegende und helfende Gemeinschaft, später verstärkt im Bildungswesen.

Wandel durch die Jahrhunderte

Im Laufe der Geschichte mussten die Franziskanerinnen mehrfach neue Wege gehen. Während der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts standen viele Klöster vor dem Aus – auch das Kloster Gnadenthal. Die Gemeinschaft konnte jedoch durch ihr Engagement in der Mädchenbildung bestehen und sich weiterentwickeln. Insbesondere entstand seit 1829 rund um das Kloster ein Bildungscampus, der heute das musische Gnadenthal-Gymnasium und die Gnadenthal-Realschule umfasst. Bis in das Jahr 2002 war das Kloster St. Johann im Gnadenthal Träger der Gnadenthal-Schulen, ehe die Schulen in die kirchliche Trägerschaft durch die Diözese Eichstätt übernommen wurden. Auch die Ursprünge des heutigen Katharinen-Gymnasiums gehen auf das Wirken der Franziskanerinnen zurück.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde den Schwestern das Unterrichten verboten, was 1938 zur Verlagerung ihres Wirkens nach Brasilien führte. Heute existieren dort mehrere Niederlassungen; seit 2008 engagiert sich die Gemeinschaft zusätzlich in Angola. Damit verbindet der Orden bis heute europäische Tradition mit internationaler missionarischer Tätigkeit.

750 Jahre franziskanisches Wirken in Ingolstadt

Das Jubiläumsjahr 2026 ist geprägt von zahlreichen Veranstaltungen, Ausstellungen und spirituellen Impulsen. Bereits am 6. Januar wurde das Jubiläumsprogramm mit einem Gottesdienst eröffnet, im Jahresverlauf folgen vielfältige kulturelle und religiöse Angebote, darunter Ausstellungen mit Kunstwerken der Schwester Euphemia Blaschke sowie Führungen durch historische Räume des Klosters, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind.

Würdigung einer lebendigen Tradition

Mit dem Eintrag von Sr. Maria Clara Massaranduba de Freitas in das Goldene Buch würdigte die Stadt Ingolstadt nicht nur die heutige Generaloberin, sondern auch die tiefe Verwurzelung des Ordens im städtischen Leben. Seit 750 Jahren prägen die Franziskanerinnen das soziale, religiöse und kulturelle Gefüge Ingolstadts – mit Offenheit, Hilfsbereitschaft und einem klaren franziskanischen Geist.

Der feierliche Akt ist damit weit mehr als eine symbolische Geste: Er stellt eine sichtbare Anerkennung für eine Gemeinschaft dar, die die Stadt seit dem Mittelalter begleitet, mitgeprägt und bereichert hat