Vorösterlicher Gottesdienst feiert drei große Jubiläen

Mit einem vorösterlichen Gottesdienst im Münster wurde ein besonderes Jubiläumsjahr gefeiert. Gleich drei Jubiläen prägen das Jahr 2026: 800 Jahre Franziskus, 750 Jahre Kloster Gnadenthal und 60 Jahre Gnadenthal-Gymnasium.

Unter dem Leitgedanken „Franziskus“ feierten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte gemeinsam einen Gottesdienst, der Tradition und Gegenwart eindrucksvoll miteinander verband.

Musikalisch eröffnet wurde die Feier von Stefan B. an der Orgel. Pfarrer Reinhard Stadler begrüßte die Schulgemeinschaft und betonte in seinen einführenden Worten die besondere Symbolkraft des Jubiläumsjahres.

Er erinnerte daran, dass Franz von Assisi nicht nur die franziskanische Spiritualität prägte, sondern auch die Geschichte des Gnadenthals und somit die Identität der Schule bis heute sichtbar beeinflusst. Der Hinweis auf die Tradition des Klostergartens – als Ort der Stille, Begegnung und Wertschätzung der Schöpfung – bildete den Übergang zum Lied „Laudato si“.

In einer dialogischen Hinführung wurde das Leben des jungen Franziskus lebendig dargestellt: der reiche Kaufmannssohn, zunächst unbeschwert und vom Wohlstand getrieben, später im Bürgerkrieg in Gefangenschaft geraten – und schließlich ein Mensch, der sein Leben radikal neu ausrichtete und Christus zum Mittelpunkt machte.

Diese Wandlung führte in die Kyrierufe und das Tagesgebet, in dem um den Geist des heiligen Franziskus gebetet wurde: um Achtsamkeit gegenüber der Schöpfung, die Fähigkeit zum Frieden und die Bereitschaft, im Kleinen Gutes sichtbar zu machen.

Einen zentralen Moment des Gottesdienstes stellte die Vorstellung eines eigens gestalteten großen Mosaikbildes dar.
Achim Kohler erläuterte, wie die Idee entstand, die Jubiläumsbotschaft der franziskanischen Wurzeln mit dem heutigen Schulleben zu verbinden.

Das Ergebnis ist ein eindrucksvolles Bild, das aus rund 350 Fotos besteht – Momentaufnahmen aus dem lebendigen Alltag des Gymnasiums: Weihnachtskonzerte, Romfahrt, Israelaustausch, SMV-Arbeit, Wintersportwoche, Abiturfeiern und vieles mehr.

Das Hauptfoto stammt von Pfarrer Stadler, die Gestaltung übernahm Frau Zelyk mit großem Zeitaufwand. Die Aufnahme zeigt das bekannte Franziskus-Bild von Schwester Euphemia, das seit Jahren die Schübelhalle prägt – nun neu zusammengesetzt aus den vielen Gesichtern und Erinnerungen der Schulfamilie.

Das Evangelium nach Matthäus (6,19–21) – die Worte über den „Schatz im Himmel“ – wurde in Bezug gesetzt zu den Lebensentscheidungen des Franz von Assisi und den Herausforderungen unserer Zeit, in der die soziale Ungleichheit weltweit zunimmt.

Die Fürbitten orientierten sich am bekannten Friedensgebet des heiligen Franziskus: Liebe statt Hass, Vergebung statt Beleidigung, Hoffnung statt Verzweiflung. Als wiederkehrender Ruf erklang „Geh mit uns“.

Besonders still wurde es während der Darbietung des Titels „Tears in Heaven“, interpretiert von der aktuellen Gottesdienstband. Pfarrer Stadler bat bewusst darum, im Anschluss nicht zu klatschen – aus Respekt vor dem tragischen Hintergrund des Liedes.

Zur Kommunion begleiteten Sebastian W. und Magdalena B. an der Orgel mit Bachs „Air“. Nach der Kommunion sang die Schulgemeinschaft „Manchmal feiern wir mitten im Tag“. Mit einem Orgelstück von Stefan B. endete der Gottesdienst und entließ die Schulgemeinschaft in die österliche Zeit.